21.07.2013 Sonntag Nur die Übung macht den Meister

Lagebesprechung auf der Anfahrt zum Einsatzort

Suche einer hilflosen Person im ufernahen Bereich

Erstversorgung nach Auffinden der gesuchten Person

Aufnahme mit Hilfe des Spineboards

Klar zur Abfahrt Richtung Rettungsstation

Es ist gegen 14.30 Uhr als an der Rettungsstation der DLRG Ingelheim ein Notruf eingeht.

Kurze Zeit später braust das Mehrzweckrettungsboot (MZB) „Adler Karl“ mit einem Trupp Strömungsretter heran. Schon ist auch ein angeleinter Wasserretter im Rhein und sichert zunächst die Person. Kurz darauf wird der leichtsinnige Schwimmer mittels „Spineboard“ auf das Rettungsboot gezogen.

Gott sei Dank nur eine Übung. Für den Strömungsretter-Trupp aber dennoch überraschend. Dieser hatte gerade eine Übung unmittelbar im Bereich vor der Rettungsstation abgeschlossen und machte, zwecks Besprechung weiterer Szenarien, eine Pause. So traf sie der Notruf völlig unvorbereitet. Die Wasserretter waren aber wieder sofort einsatzbereit und konnten der in Not geratenen Person zur Hilfe eilen.

Etwas später, der gleiche Ort, ähnliche Situation.

Jetzt waren die Strömungsretter zwar schon vorgewarnt, dafür mussten sie aber gleich zwei Schwimmer aus den Fluten ziehen. Erschwerend kam noch hinzu, dass beide Personen sich voneinander entfernt hatten. Aber auch hier wurde durch das beherzte Handeln der Rettungskräfte schnell die Situation entschärft. Während die erste Person mittels Spineboard auf den Adler Karl gebracht wurde, sicherte ein weiterer Strömungsretter den zweiten Schwimmer. Kurze Zeit später waren beide „Opfer“ an Bord des Rettungsbootes und auf dem Rückweg zur Rettungsstation.

Nach einem kurzen Resümee des Einsatzes wurde die dritte Übung des Tages in Angriff genommen.

Diesmal wurde eine hilflose Person auf den Krippen zwischen Heidenfahrt und der Rettungsstation gemeldet. Der genaue Ort war unklar. Irgendwo zwischen Rheinkilometer 513 und 515.

Nachdem eine erste Sichtung mit dem Rettungsboot wasserseitig zu keinem Erfolg geführt hatte, wurde der Strömungsretter-Trupp auf der Natorampe in Heidenfahrt ausgesetzt.

Nach einer kurzen Besprechung der Strategie ließen sich die Retter mit der Strömung rheinabwärts treiben, das Ufer immer fest im Blick. An unübersichtlichen Stellen teilte sich der Trupp auf und sucht teilweise zu Fuß den ufernahen Bereich ab.

Zum Schutz der Strömungsretter und zur Sichtung der Person, fuhr das Rettungsboot „Adler Karl“ parallel mit. Landseitig wurde der Einsatz durch ein DLRG Einsatzfahrzeug begleitet.

Schließlich entdeckten die Strömungsretter die hilflose Person auf einer Landzunge zwischen Buschwerk. Sofort wurde mit der Erstversorgung begonnen. Wenige Augenblicke später traf auch das Rettungsboot zwecks Unterstützung und Abtransport ein. Die Person, die zunächst noch ansprechbar war, kollabiert plötzlich, so dass auch hier zur Bergung wieder das Spineboard zum Einsatz kommen musste.

Resümee:

Geplant war mit den Strömungsrettern das Arbeiten vom Boot aus zu üben. Auch der Umgang mit dem Spineboard sollte in der Praxis getestet werden. Alle Übungsszenarien konnten erfolgreich durchgeführt und viele wertvolle Erfahrungen gesammelt werden.

Nebenbei kam auch erstmals der Digitalfunk zum Einsatz. Nachdem das letzte Modul zur Digitalfunkausbildung am vorhergehenden Tag abgeschlossen werden konnte, war es Zeit die neuen Geräte einzusetzen. Nach einer kurzen Umstellungsphase fiel das digitale Funken dann auch nicht schwerer, als mit den Analoggeräten. Dafür punktete der Digitalfunk bei der Sprachqualität.

Bedingt durch das heiße Wetter mehren sich leider in den letzten Tagen wieder die Unfälle im und am Wasser. Wir raten dringend davon ab in offenen Gewässern ohne profesionelle Aufsicht zu schwimmen. Selbst die Schwimmer der DLRG gehen lediglich, wie hier berichtet, zu Übungszwecken in den Rhein. Und auch dann nicht alleine und nur mit geeigneter Schutzausrüstung und mit Hilfsmitteln wie einer Rettungsboje.

Kategorie(n)
Öffentlichkeit, 2013, Strömungsretter, Übung

Von: Jochen Dauner

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